Ankunft in Lima
Etappe 1 von 9 · Anreise per Flug
Wir sind in Lima gelandet und wurden direkt von einem modernen Flughafen empfangen – alles recht effizient, mit vielen internationalen Anbindungen und einer Atmosphäre, die schon spüren lässt, wie groß und bedeutend diese Stadt ist.
Kaum hatten wir das Flughafengelände verlassen, änderte sich das Bild aber sofort: Die Fahrt in die Stadt führte uns über gut 20 Kilometer vorbei an dichten, staubigen Siedlungen und ärmeren Vierteln, die sich wie ein endloses Band aus Blechdächern und unverputzten Mauern an die kargen Hügel klammern. Das hat uns ehrlich gesagt erst mal schlucken lassen und auch ein bisschen geerdet. Dazu kam, dass es morgens an der Küste in Miraflores durchgehend bewölkt war – der typische Hochnebel im Mai, ein grauer Himmel, der die Stimmung noch einmal unterstrich. Den Strand und das Meer haben wir deshalb kaum besucht. Leer waren die Straßen trotzdem nicht: Am Sonntagvormittag war in Miraflores eine große Straße für Autos gesperrt, und mitten auf dem Asphalt lief ein Aerobic-Kurs unter freiem Himmel.
Aber je näher wir dem Zentrum kamen, desto mehr verwandelte sich Lima. Plötzlich standen wir vor kolonialen Fassaden, breiten Plätzen und renovierten Herrenhäusern, alles mit diesem typischen südländischen Charme und lebendigen Trubel. Besonders rund um die Plaza Mayor merkt man, wie viel Geschichte hier steckt: die Kathedrale, der Regierungspalast, die wunderschönen Balkone. Und zwischendrin moderne Cafés und Boutiquen, die fast schon europäisch wirken. Mittags zog eine Trachten-Tanzgruppe mit Ballons über die Plaza de Armas, dicht umringt von Zuschauern. Und über dem Zentrum war vom Grau nichts mehr übrig: Ab halb zwölf hatten wir blauen Himmel und Sonne, so viel, dass Max am Nachmittag einen knallroten Sonnenbrand im Nacken hatte.
Es ist ein spannender Kontrast, der Lima so schwer zu fassen macht: auf der einen Seite das harte, ungeschönte Gesicht einer Mega-City mit viel sozialer Ungleichheit, auf der anderen Seite eine sehr einladende Innenstadt, in der wir gerne durch die Gassen geschlendert sind, den ersten Pisco Sour probiert und die kulinarische Vielfalt genossen haben. Am Nachmittag ging unser Blick noch über Bahngleise auf den Rímac mit einem kahlen Hügel dahinter, und gegen vier standen wir vor dem Kongressgebäude mit der Peru-Flagge.
Hostel Casa Porta
Unterkunft
- Art
- Hotel
- Wann
- 18. – 19. Mai 2025
- Nächte
- 1
- Preis
- 65 € pro NachtFrühstück inklusive
- Zimmer
- Doppelzimmer
In Lima haben wir uns für das Hostel Casa Porta entschieden, ein Hotel im Kolonialstil in Miraflores, und es hat sich für unseren kurzen Aufenthalt absolut gelohnt.
Die Lage ist der eigentliche Gewinn: Das Haus steht in einer ruhigen Straße, sodass wir nachts nichts vom Verkehr mitbekommen haben, und trotzdem waren wir in zwei Minuten am Strand und in wenigen Minuten zu Fuß am Parque Kennedy, dem lebhaften Zentrum von Miraflores mit unzähligen Restaurants, Bars und Straßenständen.
Das Hotel selbst wirkt mit seiner kolonialen Fassade und der liebevollen Einrichtung sofort einladend – besonders gemütlich fanden wir den kleinen Innenhof. Unser Zimmer war sauber und hatte alles, was wir brauchten. Bei einem der Zimmer mussten wir allerdings etwas auf die Privatsphäre achten, weil man durch ein Fenster über der Treppe hineinsehen kann. Das sollte man bei der Buchung vielleicht anmerken.
Sehr entgegenkommend war das Personal am Anreisetag: Wir sind schon um sechs Uhr morgens gelandet und durften gegen einen kleinen Aufpreis direkt am Frühstück teilnehmen – nach dem Nachtflug Gold wert. Auch unser Gepäck konnten wir den ganzen Tag dort lassen, bevor wir abends richtig eingecheckt haben. Das Frühstück war nicht riesig, aber solide: Obst, Brötchen, Wurst, Avocado und auf Nachfrage Rührei.
Hat uns gefallen
- Ruhige Straße, trotzdem zwei Minuten zum Strand
- Frühstück und Gepäckaufbewahrung schon vor dem Check-in möglich
- Liebevoll gestalteter Innenhof
Weniger gut
- In einem der Zimmer sieht man durch ein Fenster über der Treppe hinein
WLAN · Frühstück
Free Walking Tour Lima
Aktivität
Der beste Weg, sich Lima an einem einzigen Tag zu erschließen.
- Start
- 11:30 Uhr
- Dauer
- 3 Std.
- Schwierigkeit
- Leicht
Unsere Tour durch die historische Altstadt von Lima begann ganz entspannt erst gegen halb zwölf – perfekt, weil wir vorher noch gemütlich frühstücken konnten. Um kurz nach zehn waren wir noch in Miraflores, dann ging es mit dem Bus Richtung Zentrum, und schon die Fahrt war spannend: vom moderneren Miraflores hinein ins koloniale Herz der Stadt. Um halb zwölf standen wir an der Plaza San Martín, kurz vor zwölf lief die Gruppe los.
Unser Guide kannte unzählige Geschichten und hat sie mit viel Humor erzählt. Besonders beeindruckt hat uns der San Martín Square mit seinen eleganten Fassaden und der großen Statue in der Mitte – die Geschichte des Platzes als Treffpunkt für politische Kundgebungen und Feste wirkte plötzlich sehr lebendig. Unterwegs kamen wir an einer barocken Steinfassade voller Heiligenfiguren vorbei und an einer weißen Kirche mit blau-weißem Glockenturm.
Weiter ging es zur Plaza de Armas, dem Hauptplatz mit seinen leuchtend gelben Gebäuden, Palmen und dem Regierungspalast. Dort konnten wir die Wachen sehen und etwas über die Geschichte der Unabhängigkeit erfahren. Auf dem Jirón de la Unión, der Fußgängerzone, bummelten wir an alten Kolonialbalkonen vorbei und hielten für ein schnelles Eis – sehr willkommen bei der Hitze.
Zwischendurch gab es eine Pisco-Probe in einem Laden mit Holzfässern: ein Probierschluck im Plastikbecher, und im Regal standen Flaschen mit Macerado und Crema de Pisco. An der Plaza de Armas haben wir uns danach Picarones mit Sirup auf dem Pappteller geholt, und später gab es Nudeln mit Gemüse an einem Tisch im Freien.
Am Ende sind wir mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Anekdoten und einem richtig guten Überblick über die Geschichte Limas zurückgekehrt. Und mit einem Sonnenbrand: Der Tipp mit der Sonnencreme ist ernst gemeint, Max’ Nacken war am Nachmittag knallrot.
Gut zu wissen
- Bus ins Zentrum kostet 3,50 Soles – Kleingeld einstecken
- Bequeme Schuhe, es geht ein gutes Stück zu Fuß
- Sonnencreme und Kopfbedeckung, im Zentrum ist es oft sonnig
- Powerbank mitnehmen, die Kulisse verleitet zu vielen Fotos
- Trinkgeld von rund 10 Soles pro Person war absolut fair
Eingepackt
- Wasser
- Snacks
- Sonnencreme
- Hut
- Powerbank