Max & Rebecca

Colca Canyon

Bewertung: 5 von 5

Nicht nur wegen der Kondore unvergesslich – auch die Fahrt über den Patapampa-Pass.

Der Colca-Fluss windet sich durch ein Tal mit Ackerterrassen an den Hängen, dahinter Bergketten unter blauem Himmel

Am 23. Mai haben wir uns mitten in der Nacht aus dem Bett gequält und sind um 03:00 Uhr vom Hostel abgeholt worden – völlig verschlafen, aber total gespannt.

Nach ein paar Stunden Fahrt war unser erster richtiger Halt Chivay, wo es ein einfaches, aber leckeres Frühstück gab und wir zum ersten Mal das warme, süße Quinoa-Getränk probiert haben. Danach ging es weiter nach Maca, einem kleinen Dorf mit hübscher Kirche, wo wir uns umgesehen, Souvenirs gekauft und Fotos mit Alpakas und sogar Adlern gemacht haben – sehr touristisch, aber irgendwie charmant. Um halb acht standen wir dort vor dem bunten Schriftzug „MACA – Perla escondida del Colca“ und der weißen Kirche mit ihren zwei Türmen, davor Frauen in Tracht mit einem Alpaka in Pompon-Geschirr und Sonnenbrille. Max hatte sogar einen Adler auf dem Arm.

Kurz nach acht hielten wir am Mirador de Antahuilque, mit Blick auf die Terrassen an den Hängen und den Fluss tief unten im Tal.

Kurz vor neun kamen wir am Mirador Cruz del Cóndor an. Der Moment war magisch: Die Sonne beleuchtete den gewaltigen Canyon, und wir standen einfach da und starrten in die Tiefe. Noch schöner war, dass wir unglaubliches Glück hatten – bis zu sieben Kondore gleichzeitig sind über unsere Köpfe geschwebt, riesig und elegant, was allen ein ehrfürchtiges Schweigen entlockt hat. Sie kreisten direkt über dem Steinkreuz, zwischen Kandelaberkakteen, während sich an der Mauer die Menschen drängten.

Auf dem Rückweg bekamen wir die Wahl zwischen Zipline, Quads, Kanu oder heißen Quellen. Diese kosten extra, wir haben verzichtet. Stattdessen haben wir gegen Viertel nach elf unsere Drohne über einem Flusstal mit Brücke und einem blauen Becken am Ufer steigen lassen, etwas getrunken und einfach die Aussicht genossen. In Chivay gab es dann noch ein gemeinsames Mittagessen.

Der Rückweg nach Arequipa war landschaftlich ein Highlight für sich: Am Patapampa-Pass auf knapp 4.900 Metern hielten wir an einem Aussichtspunkt, von dem wir die Vulkane Ampato, Sabancaya und Hualca Hualca nebeneinander sehen konnten. Steintafeln zeigen außerdem Ubinas, Misti (5.822 m) und Chachani (6.057 m), dazwischen stehen Hunderte Steinmännchen und eine Kondor-Statue. Die Höhe merkten wir deutlich – Kopfschmerzen und die typische Erschöpfung der Höhenkrankheit. Hier sind Coca-Blätter, Bonbons oder Medikamente wirklich Gold wert. Später legten wir noch einen Stopp bei der Pampa de Toccra ein, wo wir viele Vicuñas in freier Wildbahn sehen konnten. An einer Lagune grasten außerdem Alpakas in allen möglichen Fellfarben an einem Zaun.

Weiße Kirche mit zwei Glockentürmen am Dorfplatz von Maca, davor Verkaufsstände und Frauen in Tracht
Max steht auf dem Dorfplatz von Maca und hält einen großen Greifvogel auf dem behandschuhten Arm
Zwei Kondore kreisen im blauen Himmel über dem Steinkreuz am Mirador Cruz del Cóndor
Ein Kondor mit weit gespreizten Schwungfedern als Silhouette direkt neben der Sonne
Max und Rebecca sitzen auf einer Steinmauer, hinter ihnen fallen die Hänge des Canyons steil ab
Steintafel mit der Aufschrift Volcán Chachani 6057 m in einer Hochebene voller aufgeschichteter Steinmännchen
Drohnenblick auf ein enges Flusstal mit einer Brücke, bunten Dächern und grünen Terrassen an den Hängen

Gut zu wissen

  • Sehr langer Tag, Abholung um drei Uhr nachts
  • Etwas gegen Höhenkrankheit mitnehmen, der Patapampa-Pass liegt auf knapp 4.900 m
  • Coca-Blätter oder -Bonbons helfen wirklich
  • Vorsicht beim Essen im Canyon, die Hygiene ist nicht überall verlässlich
  • Die Zusatzaktivitäten (Zipline, Quad, heiße Quellen) kosten extra

Eingepackt

  • Fernglas
  • Snacks
  • Sonnenbrille
  • Sonnencreme
  • warme Jacke
  • Höhenmedikament

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