Portugal
Bisher nur der Atlantik davor
Von Portugal selbst haben wir bisher wenig gesehen. Lissabon war zweimal Umsteigepunkt, davon einmal unfreiwillig über Nacht. Alles andere spielte sich auf Madeira ab – einer Vulkaninsel rund 900 Kilometer südwestlich des Festlands, die politisch zu Portugal gehört und landschaftlich mit ihm nichts gemein hat.
Madeira ist knapp sechzig Kilometer lang und trotzdem in mehrere Klimazonen geteilt. In der Mitte steht ein Massiv über 1.800 Metern, das die feuchte Luft vom Atlantik abfängt: Die Nordseite hängt deshalb fast dauerhaft in Wolken, die Südseite ist deutlich trockener, und die Ostspitze ist so kahl, dass sie nach einem anderen Land aussieht. Wer hier plant, plant nach Wetter und nicht nach Liste.
Die zweite Besonderheit sind die Levadas: ein Netz aus Bewässerungskanälen, das seit Jahrhunderten Wasser vom regenreichen Norden in den trockenen Süden leitet. Weil ein Kanal seine Höhe halten muss, laufen die Wege daneben fast eben – deshalb kann man auf Madeira stundenlang wandern, ohne nennenswert zu steigen.
Bezahlt wird in Euro, gesprochen wird Portugiesisch, und ein Mietwagen ist auf der Insel praktisch Pflicht. Von der Ostspitze bis in den Nordwesten braucht man dafür etwa eine Stunde.
Orte
Câmara de Lobos
Bunte Boote, Poncha und darüber Cabo Girão, die höchste Steilklippe Europas.
Dorf
Fanal
Uralte Stinklorbeerbäume auf einer Hochebene, die fast immer in Wolken steht – der Schlechtwetterplan.
Region
Funchal
Die Stadt steigt in einer Schale vom Hafen bis auf 500 Meter – mit Seilbahn hinauf und Korbschlitten hinunter.
Stadt
Machico
Erste Hauptstadt der Insel – und einer der wenigen Orte Madeiras mit echtem Sandstrand.
Stadt
Madalena do Mar
Ein Küstendorf im Südwesten, in dem die Bananenterrassen bis an den Kiesstrand reichen.
Dorf
Pico do Arieiro
Auf 1.818 Metern, erreichbar mit dem Auto – und Startpunkt des berühmtesten Wegs Madeiras.
Berg
Pico Ruivo
1.862 Meter, nur zu Fuß erreichbar – das Ziel des Grats vom Pico do Arieiro her.
Berg
Ponta de São Lourenço
Der einzige Teil der Insel ohne Wald – rote und ockerfarbene Felsen, die drei Kilometer ins Meer laufen.
Region
Ponta do Pargo
Ein Leuchtturm auf einer 300 Meter hohen Klippe, am äußersten Westen der Insel.
Dorf
Porto da Cruz
Ein Ort an der rauen Nordostküste, über dem der Küstenpfad nach Larano entlangläuft – hoch über dem Wasser und fast eben.
Dorf
Rabaçal
Das Hochtal, von dem die beiden bekanntesten Levada-Wanderungen der Insel ausgehen.
Region
Porto Moniz
An der Nordwestspitze, wo erkaltete Lava Becken bildet, in die der Atlantik hineinschwappt.
Dorf
Santana
Im Norden, bekannt für die dreieckigen, strohgedeckten Casas de Colmo.
Dorf
Seixal
Ein Dorf an der Nordküste, in dem vulkanischer Sand, Wasserfälle und senkrechte Hänge zusammenkommen.
Dorf
Aktivitäten
Bananenmuseum in Madalena do Mar
Ein Museum über die Bananensorten der Insel, mitten in dem Ort, in dem die Bananen wachsen – mit Verkostung.
Kultur
Câmara de Lobos
Das Fischerdorf westlich von Funchal, das wir am Ende nur vom Boot aus gesehen haben – geplant war mehr.
Stadtbummel
Canyoning
Neoprenanzug, fremde Leute, eine Schlucht – während die andere Hälfte der Gruppe shoppen gegangen ist.
Adrenalin
CR7-Museum in Funchal
Das Museum von Cristiano Ronaldo an der Marina, mit allem, was er in seiner Karriere gewonnen hat – und davon gibt es einiges.
Kultur
Der Feenwald von Fanal
Uralte, breit gewachsene Stinklorbeerbäume auf einer Hochebene – ohne Nebel eine schöne Wiese, mit Nebel der eigenartigste Ort der Insel.
Natur
Die Zona Velha von Funchal
Die alte Gasse mit den bemalten Türen, dazu Markt, Marina und die Bars, in denen dieser Urlaub abends gelandet ist.
Stadtbummel
Levada das 25 Fontes (PR6)
Durch den Lorbeerwald an der Levada entlang bis zu einem Kessel, aus dessen Wand das Wasser an Dutzenden Stellen tritt – und unterwegs die Dusche, für die alle anstehen.
Trekking
Bananenweg über Madalena do Mar
Ein kurzer Weg durch die Bananenplantagen oberhalb des Ortes, mit Blick hinunter auf die Südwestküste.
Trekking
Miradouro da Portela
Ein Pass auf gut 600 Metern zwischen der Süd- und der Nordseite, mit Blick hinunter nach Porto da Cruz und auf den Adlerfelsen.
Natur
Madeirawein probieren
Erhitzt, oxidiert, mit Alkohol aufgespritet – bei Madeirawein wird ungefähr alles gemacht, was man beim Weinmachen sonst vermeidet.
Kulinarik
Sonnenaufgang am Pico do Arieiro
Nachts losgefahren, im Dunkeln die Serpentinen hinauf und oben auf 1.800 Metern gewartet, bis die Sonne kam – der eine Moment dieser Reise.
Trekking
Sonnenuntergang am Pico do Arieiro
Derselbe Berg, andere Tageszeit – und diesmal ohne nächtliche Auffahrt, dafür mit fünf Stunden oben.
Natur
Poncha und Bolo do Caco
Ein Süßkartoffelbrot vom heißen Stein und ein Rumgetränk mit Zitrone – die beiden Dinge, die von Madeira kulinarisch geblieben sind.
Kulinarik
Ponta de São Lourenço (PR8)
Über den schmalen Rücken der Ostspitze, links und rechts der Atlantik, kein Meter Schatten – und der Kontrast zu allem, was danach kam.
Trekking
Naturpools von Porto Moniz
An der Nordwestecke der Insel hat die Lava beim Erkalten Becken gebildet, in denen man heute schwimmt – Atlantik direkt daneben.
Wassersport
Risco-Wasserfall
Ein fast ebener Levada-Weg zu einer Wand, über die das Wasser aus rund hundert Metern herabfällt – vom selben Parkplatz wie die 25 Fontes.
Trekking
Die Strohdachhäuser von Santana
Die bekannten spitzen Bauernhäuser mit Strohdach an der Nordküste – ein Halt von anderthalb Stunden auf dem Weg quer über die Insel.
Kultur
Seixal – schwarzer Strand und Naturbecken
Vulkanischer Sand vor grünen Steilhängen, dazu ein Becken im Fels, in das die Brandung von außen hereinschlägt.
Natur
Küstenweg nach Larano
Ein alter Verbindungsweg hoch über der Nordostküste, fast eben und sehr lang – Spazierengehen mit dem Atlantik zweihundert Meter unter einem.
Trekking
Whale Watching ab Funchal
Drei Stunden auf dem Atlantik vor der Südküste – mit Delfinen, ohne Wale und mit der ersten Seekrankheit überhaupt.
Tierbeobachtung