Ponta de São Lourenço (PR8)
Sieht aus wie ein anderer Kontinent als der Rest der Insel – und lohnt sich genau deshalb.
Unsere erste richtige Wanderung auf der Insel, und ausgerechnet die, die am wenigsten nach Madeira aussieht. Die Ponta de São Lourenço ist die Ostspitze, ein schmaler Rücken aus rotem und ockerfarbenem Gestein, der ins Meer hinausläuft. Kein Wald, kaum Sträucher, dafür Wind aus jeder Richtung und links wie rechts nichts als Atlantik.
Der PR8 folgt diesem Rücken bis kurz vor sein Ende. Das ständige Auf und Ab summiert sich mehr, als der Blick auf die Karte vermuten lässt, und Schatten gibt es auf der gesamten Strecke keinen Meter – am Vormittag, als wir unterwegs waren, war der Himmel dafür noch wolkenlos, erst gegen Mittag zogen die ersten Wolken auf. Stellenweise ist der schmale Grat mit Seil oder Kette gesichert, und einsam waren wir dabei nicht: Auf dem Weg waren mehrere andere Wandergruppen unterwegs. Wir waren mit Hin- und Rückweg gut viereinhalb Stunden unterwegs.
Rückblickend war das der perfekte Einstieg. Nach diesem Tag hatten wir den einen Extremwert der Insel gesehen – trocken, kahl, Wind – und alles, was danach kam, war grün, feucht und bewachsen. Dass beides auf dieselben sechzig Kilometer passt, ist das eigentlich Erstaunliche an Madeira.
Gut zu wissen
- Früh starten, der Parkplatz am Einstieg ist schnell voll
- Der Weg endet an der Casa do Sardinha, danach geht es denselben Weg zurück
- Wer nur die Aussicht will, kommt schon nach dreißig Minuten an die erste Kante
Eingepackt
- Viel Wasser, unterwegs gibt es nichts
- Kopfbedeckung und Sonnenschutz, es gibt keinen Schatten
- Windjacke, oben zieht es aus jeder Richtung