Sonnenaufgang am Pico do Arieiro
Die anstrengendste Anfahrt der Reise und der beste Moment. Beides mit Abstand.
Der Pico do Arieiro ist mit 1.818 Metern der dritthöchste Punkt Madeiras, und der einzige, zu dem eine Straße hinaufführt. Genau deshalb fährt man nachts hoch.
Wir sind mitten in der Nacht losgefahren, und die Auffahrt war der unangenehmste Teil des ganzen Urlaubs: eine enge, kurvige Bergstraße, im Dunkeln, mit einem kleinen Mietwagen, dessen Lieblingsgang bei diesen Steigungen der zweite war. Für die Augen war das über eine Stunde harte Arbeit.
Oben hat es sich acht Mal gelohnt. Man steht auf 1.800 Metern über einem geschlossenen Wolkenmeer, aus dem nur die höchsten Gipfel herausragen, und wartet, bis es hell wird. Von allem, was wir auf Madeira gesehen haben, ist das der Moment, der geblieben ist.
Danach sind wir noch ein Stück auf den PR1 hinaus, den Gratweg Richtung Pico Ruivo. Weit gekommen sind wir nicht: Nach den Waldbränden im August 2024, wenige Wochen vor unserer Reise, war ein Teil der Strecke gesperrt. Für ein paar Kilometer über Treppen und an Steilhängen entlang hat es trotzdem gereicht – und für die Erkenntnis, dass diese Route den ganzen Tag verdient hätte, den wir ihr nicht gegeben haben. An einem der Wegweiser auf dem Grat klebt ein gelber Aufkleber mit der Aufschrift „Nett hier“.
Gut zu wissen
- Deutlich früher losfahren als gerechnet – die Straße hinauf ist eng und kurvig
- Vorher prüfen, welche Abschnitte des PR1 offen sind. Nach den Bränden im August 2024 war ein Teil gesperrt
- Auch wer nicht wandert, hat oben schon vom Parkplatz aus die volle Aussicht
Eingepackt
- Stirnlampe, oben ist es vor Sonnenaufgang stockdunkel
- Warme Jacke, auf 1.800 Metern sind es nachts einstellige Grade
- Feste Schuhe, wenn man noch ein Stück auf den PR1 will