Max & Rebecca

Madeirawein probieren

Bewertung: 4 von 5

Man muss ihn nicht mögen – aber wie er entsteht, ist die interessanteste Geschichte der Insel.

Lagerhalle mit aufgestapelten Holzfässern und Schild „Armazéns de Vinhos Wine Lodges“

Madeirawein hatten wir vorher nie getrunken, und der erste Schluck war eine Enttäuschung.

Max

Als ich den zum ersten Mal probiert habe, dachte ich ehrlich gesagt, das wäre Kümmerling. Das war nicht als Kompliment gemeint.

Interessant wurde es erst mit der Erklärung dazu. Bei Madeirawein wird nämlich ungefähr alles gemacht, was man beim Weinmachen sonst tunlichst unterlässt: Er wird über Monate erhitzt, er bekommt absichtlich Sauerstoff, und er wird mit Alkohol aufgespritet. Der Ursprung davon ist praktisch – auf den langen Schiffsreisen früherer Jahrhunderte hat der Wein in den Fässern in tropischer Hitze gestanden, und irgendwann hat man gemerkt, dass er dadurch nicht verdirbt, sondern besser wird. Seitdem macht man es absichtlich.

Wir haben die Führung an einem Nachmittag mit Clara und Luca bei der Kellerei H.M. Borges gemacht, zusammen mit dem, was man höflich als ausgiebige Verkostung bezeichnet. Im Fasslager steht auf einem der Fassböden handschriftlich der Jahrgang 1996. Zum Lieblingsgetränk ist Madeirawein bei uns nicht geworden. Zur besten Geschichte der Woche schon.

Großes Holzfass mit der Aufschrift „H.M. Borges“
Mehrere Gläser mit unterschiedlich gefärbtem Wein im Kreis auf einem Fass, dazu Kekse und Trockenfrüchte
Fassboden mit handgeschriebener Jahrgangsangabe „1996“

Gut zu wissen

  • Erst die Führung, dann die Verkostung. Ohne Erklärung schmeckt er nur seltsam
  • Nicht mit trockenem Weißwein rechnen, das wird nichts

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