Der Feenwald von Fanal
Der einzige Ort, an den wir zweimal gefahren sind – und der einzige, bei dem schlechtes Wetter das bessere ist.
Fanal ist eine Hochebene auf gut 1.150 Metern im Nordwesten, auf der uralte Stinklorbeerbäume stehen – niedrig, extrem breit gewachsen, mit Ästen, die sich in alle Richtungen drehen. Auf den Bildern, wegen denen alle hierherfahren, hängt Nebel dazwischen.
Beim ersten Mal, an einem Nachmittag zu sechst mit Mara, Nico, Clara und Luca, hatten wir schlicht Pech: klare Sicht, keine Schwaden, dafür eine sehr schöne Wiese mit sehr vielen Kühen, die dort völlig unbeeindruckt zwischen den Bäumen stehen. Das war lustig, aber es war nicht das, weshalb man kommt. Einer der alten Bäume hat einen hohlen Stamm, in den man sich hineinstellen kann.
Vier Tage später sind Rebecca und ich noch einmal allein hingefahren – und diesmal hat es gestimmt. Mit Nebel wird aus der Wiese ein anderer Ort: Die Bäume verlieren ihre Umrisse, die Entfernungen stimmen nicht mehr, und man hört sehr wenig. Der Umweg hat sich gelohnt.
Es ist der einzige Punkt auf dieser Insel, bei dem schlechtes Wetter die Bedingung ist und nicht das Risiko.
Gut zu wissen
- Bei Sonne lohnt sich die Fahrt nur halb. Nebel ist hier ausdrücklich das Ziel
- Die Webcams und Wettermodelle für die Nordwesthälfte vorher anschauen
- Nicht auf den Bäumen herumklettern, viele sind mehrere hundert Jahre alt
Eingepackt
- Jacke, auf 1.150 Metern ist es auch im Oktober kühl
- Feste Schuhe, die Wiese ist meistens nass