Kapstadt
Etappe 1 von 8 · Anreise per Flug, 11,5 Std.
Angekommen sind wir mittags, nach einem Nachtflug und einem Geldautomaten, an dem Max dreimal die falsche PIN eingetippt hat. Um kurz nach eins standen wir vor dem B.I.G. Backpackers in Green Point, und das blieb für fünf Nächte unser Zuhause. Den ersten Nachmittag haben wir nur noch zum Ankommen genutzt: die Unterkunft angeschaut, durch Bo-Kaap und den Company’s Garden gelaufen und irgendwo günstig gegessen.
Am Freitag waren wir vormittags in der Old Biscuit Mill in Woodstock, nachmittags auf der Township-Tour in Langa und abends mit einer sehr knappen Zeitrechnung auf dem Lion’s Head. Das war zusammen vielleicht der intensivste Tag der ganzen Reise. Am Samstag ging es noch einmal spontan zur Old Biscuit Mill, weil samstags dort Markt ist, dann zu Fuß auf den Tafelberg und mit der Seilbahn wieder hinunter, und zum Ausklang durch den botanischen Garten von Kirstenbosch.
Den Sonntag haben wir im Weinland verbracht, in einem Bus von Weingut zu Weingut, und den Abend an der V&A Waterfront. Am Montag kam dann die erste längere Fahrt mit dem Mietwagen: über Hout Bay einmal die Kaphalbinsel hinunter, zu den Pinguinen von Boulders Beach und bis ans Kap der Guten Hoffnung. Zurück waren wir gerade rechtzeitig, um im Laufschritt zum Sonnenuntergang auf den Kloof Corner zu kommen.
Am Dienstag haben wir ausgecheckt und sind Richtung Osten aufgebrochen, mit einem Umweg über das Weinland, der schon zur nächsten Etappe gehört.
The B.I.G. Backpackers
Unterkunft
- Art
- Hostel
- Wann
- 19. – 24. März 2026
- Nächte
- 5
- Preis
- 424 € gesamt
- Zimmer
- Privatzimmer
Das B.I.G. Backpackers in Green Point war für fünf Nächte unser Zuhause in Kapstadt, und wir haben es sehr gut in Erinnerung. Es ist ein kleines Hostel, das sich über mehrere kleine Gebäude verteilt, und die Stimmung ist entsprechend familiär. Gewohnt haben wir in einem eigenen Zimmer, für 424 Euro für alle fünf Nächte.
Was es ausgemacht hat, war das Frühstück. Morgens saßen alle, die wollten, zusammen an einem großen Tisch – man konnte auch für sich frühstücken, aber wir haben uns meistens dazugesetzt und sind so mit den anderen ins Gespräch gekommen. Das waren auffällig viele Deutsche. Das Hostel organisiert außerdem gemeinsame Touren, was gerade für die ersten Tage in einer fremden Stadt praktisch ist.
Wir können es nur weiterempfehlen.
Hat uns gefallen
- Klein und familiär, verteilt auf mehrere kleine Gebäude
- Gemeinsames Frühstück am großen Tisch, wer mag, frühstückt aber auch für sich
- Das Hostel organisiert gemeinsame Touren, man kommt schnell mit anderen ins Gespräch
- Gute Lage in Green Point, nah an Lion's Head, Waterfront und Innenstadt
WLAN · Gemeinschaftsküche · Frühstück · Bar
Bo-Kaap und Company's Garden
Aktivität
Ein guter erster Nachmittag – bunt, kleiner als gedacht und mit mehr Eichhörnchen als erwartet.
- Wann
- 19. März 2026
- Start
- 16:22 Uhr
- Dauer
- 45 Min.
- Schwierigkeit
- Leicht
Am Ankunftsnachmittag sind wir zu Fuß durch Bo-Kaap gelaufen, das Viertel mit den bunt gestrichenen Häusern am Hang des Signal Hill. Es ist das historische Viertel der Kapmalaien, der Nachfahren von Menschen, die die Niederländische Ostindien-Kompanie als Sklaven und Verbannte ans Kap brachte. Schön war es, aber deutlich kleiner, als wir es uns vorgestellt hatten. Und ein paar Straßen weiter sieht die Stadt schon wieder ganz anders aus, deutlich schlichter. Man läuft da in wenigen Minuten von einer Welt in die andere.
Ein Stück weiter unten liegt der Company’s Garden, der Garten, mit dem Kapstadt 1652 angefangen hat – damals als Gemüsegarten, um die Schiffe zu versorgen. Heute ist er ein Park, und vor allem einer voller Eichhörnchen. Sie sind so zutraulich, dass man sie fast füttern kann, und eines davon war ein Albino, weiß mit roten Augen. Süß, aber auch ein bisschen unheimlich.
Die eigentliche Szene des Nachmittags war allerdings eine Ratte, vor der Max sich ziemlich erschrocken hat. Ein Einheimischer, der daneben stand, fand das sehr lustig.
Gut zu wissen
- Bo-Kaap und Company's Garden liegen nur ein paar Straßen auseinander und passen gut zusammen
- Im Garden nach dem weißen Eichhörnchen Ausschau halten
Old Biscuit Mill
Aktivität
Unter der Woche ein netter Bummel, am Samstag ein echtes Erlebnis – wenn schon, dann am Wochenende.
- Wann
- 20. – 21. März 2026
Die Old Biscuit Mill ist eine ehemalige Keksfabrik im Viertel Woodstock, in der heute viele kleine Läden sitzen, durch die man ganz gut stöbern kann. Am Freitagvormittag waren wir zum ersten Mal da, und da war wenig los.
Am Samstag sind wir spontan noch einmal hingefahren, und das war ein ganz anderer Ort. Samstags ist dort Markt: viel mehr Menschen, viel mehr Stände und vor allem sehr viele Essensstände. Das war wirklich beeindruckend. Direkt danach sind wir weiter zum Tafelberg.
Kaffee im Messbecher.
Gut zu wissen
- Der Markt mit den Essensständen ist samstags, unter der Woche sind nur die Läden offen
- Hungrig hingehen, die Auswahl an Essen ist am Samstag riesig
Township-Tour in Langa
Aktivität
Erschreckend und lehrreich zugleich – und nur mit einem Guide wie unserem wirklich sinnvoll.
- Wann
- 20. März 2026
Über diese Tour haben wir lange mit uns gehadert. Durch ein Viertel zu laufen, in dem Menschen in ärmlichen Verhältnissen leben, fühlt sich schnell falsch an. Am Ende haben wir uns bewusst dafür entschieden, weil wir von Südafrika nicht nur die schönen Seiten sehen wollten.
Die Tour ging durch Langa, das älteste Township Kapstadts. Ein Halt war das Guga S’thebe, ein Kulturzentrum mitten im Viertel. Unser Guide war hervorragend. Er hat erklärt, wie der Rassismus in Südafrika seit der Kolonialzeit gewachsen ist und wie er unter der Apartheid systematisch betrieben wurde – bis hin dazu, wer in welchem Teil der Stadt wohnen durfte. Das war erschreckend, es hat unser Bild vom Land noch einmal sehr verändert, und es hat uns selbst ziemlich geerdet.
Wir waren auch in Häusern, und anfangs war Max unsicher, ob das nicht unangenehm ist. So kam es aber nicht rüber. Die Menschen, die wir getroffen haben, waren offen und schienen mit dem, was sie haben, zufrieden, ohne jedes Anzeichen von Scham. Der Guide beschrieb das Township wie ein Dorf: Wenn man jemanden ein paar Tage nicht sieht, geht man vorbei und schaut nach. In der Gegend gibt es inzwischen auch feste Häuser, und manche, die dort einziehen, kommen nach einer Weile in die Blechhütten zurück.
Der Moment, der geblieben ist, gehört den Kindern. Irgendwann war Rebecca von einer Gruppe umringt, die sie alle umarmt haben, und dann fragten sie den Guide, ob sie für uns tanzen dürften. Eines der Kinder stellte ein Gefäß für Trinkgeld hin – und ein anderes lief sofort kopfschüttelnd hin und räumte es wieder weg. Sie wollten einfach spielen. Gestellt wirkte daran nichts.
Gut zu wissen
- Nur mit einem Guide, der sich dort wirklich auskennt – unserer hat den Unterschied gemacht
- Zeit für Fragen einplanen, die Geschichte dahinter ist das Wichtigste an der Tour
Lion's Head
Aktivität
Einer der drei Momente der Reise – die Aussicht ist wahnsinnig, der Sonnenuntergang noch mehr.
- Wann
- 20. März 2026
- Start
- 17:39 Uhr
- Dauer
- 1,5 Std.
- Schwierigkeit
- Mittel
- Höchster Punkt
- 669 m
- Strecke
- 5,5 km
Den Lion’s Head sind wir am zweiten Abend hochgegangen, direkt nach der Township-Tour und mit einer Zeitrechnung, die man freundlich als sportlich bezeichnen kann. Der Weg wickelt sich einmal spiralförmig um den Berg herum, sodass man nacheinander die Stadt, den Atlantik und den Tafelberg sieht. Nach gut einer Stunde waren wir oben, ein paar Minuten, bevor die Sonne unterging.
Die Aussicht von dort und der Sonnenuntergang über dem Atlantik waren wahnsinnig schön. Von allem, was wir in Südafrika gesehen haben, ist das einer der Momente, die am stärksten geblieben sind.
Beim Abstieg hat Max dann eine Abkürzung genommen und ist ausgerutscht. Einen Moment lang war es bei allen, die drumherum standen, sehr still. Passiert ist zum Glück nichts.
Gut zu wissen
- Mehr Zeit einplanen als wir, für den Aufstieg braucht man gut eine Stunde
- Beim Abstieg auf dem Weg bleiben, Abkürzungen über den Fels sind rutschig
Eingepackt
- Stirnlampe, der Abstieg nach Sonnenuntergang wird schnell dunkel
- Feste Schuhe, oben wird es felsig
- Wasser
- Eine Windjacke
Tafelberg
Aktivität
Anspruchsvoller als erwartet, und die Aussicht ist jeden Schritt wert.
- Wann
- 21. März 2026
- Schwierigkeit
- Anspruchsvoll
- Höchster Punkt
- 1.085 m
Den Tafelberg sind wir komplett zu Fuß hinaufgegangen, durch die Platteklip Gorge, am späten Vormittag, direkt nach dem Markt in der Old Biscuit Mill. Das war keine gute Uhrzeit: Es war sehr warm, und die Wanderung war deutlich anspruchsvoller, als wir erwartet hatten. Nach gut zwei Stunden standen wir oben auf dem Plateau, auf gut 1.000 Metern über der Stadt.
Die Aussicht von dort ist phänomenal – auf die Stadt, die Tafelbucht und den Lion’s Head, auf dem wir am Abend davor gestanden hatten. Lange geblieben sind wir trotzdem nicht, vielleicht eine gute Stunde. Hinunter ging es dann mit der Seilbahn, und den zweiten Weg zu Fuß haben wir uns gern gespart.
Gut zu wissen
- Früher losgehen als wir, in der Mittagszeit wird es am Hang sehr heiß
- Hinunter mit der Seilbahn spart die Knie – die Kabine dreht sich während der Fahrt einmal um sich selbst
Eingepackt
- Viel Wasser, auf dem Weg gibt es keins und kaum Schatten
- Sonnenschutz
- Feste Schuhe
Kirstenbosch
Aktivität
- Wann
- 21. März 2026
- Start
- 16:12 Uhr
- Dauer
- 1,5 Std.
- Schwierigkeit
- Leicht
Nach dem Tafelberg sind wir am späten Nachmittag noch nach Kirstenbosch gefahren, an die Rückseite desselben Bergs. Der Garten wurde 1913 angelegt und zeigt ausschließlich Pflanzen aus dem südlichen Afrika, vor allem aus der Kapflora, die auf kleinster Fläche mehr Arten hat als fast jede andere Region der Erde.
Wir waren gut eine Stunde dort, sind durch die Anlagen geschlendert, auch über den Boomslang, einen Steg durch die Baumkronen, und haben den Tag ausklingen lassen, bevor es zurück nach Green Point ging.
Weintour im Bus
Aktivität
Interessant, vor allem wegen der Erklärungen – wer viel Wein erwartet, wird eher enttäuscht.
- Wann
- 22. März 2026
Eigentlich wollten wir mit der Franschhoek Wine Tram durchs Weinland fahren, aber als wir buchen wollten, war es zu spät. Also haben wir eine andere Weintour genommen, bei der ein Bus von Weingut zu Weingut fährt.
Den Vormittag waren wir in und um Stellenbosch unterwegs, unter anderem auf Blaauwklippen, einem Gut von 1682. Mittags ging es nach Franschhoek in den Blame Lilly Gin Parlour, am Nachmittag auf Rhebokskloof bei Paarl. Dazwischen hielt der Bus kurz am Gefängnis Drakenstein, aus dem Nelson Mandela 1990 freikam. Auf jedem Gut gab es ein paar Weine zum Probieren und eine Erklärung dazu, teilweise mit kleinen Snacks. Die waren der interessanteste Teil: Man probiert den Wein erst allein, dann mit dem Snack, und merkt, wie sehr sich der Geschmack dadurch verändert.
Viel Wein war es insgesamt nicht. Andere aus der Gruppe haben sich unterwegs noch Flaschen gekauft, wir nicht. Am frühen Abend waren wir zurück in Kapstadt und sind noch an die Waterfront gefahren.
Gut zu wissen
- Wer die Franschhoek Wine Tram will, sollte rechtzeitig buchen – wir waren zu spät dran
- Nicht mit viel Wein rechnen – es geht eher ums Probieren und Erklären
V&A Waterfront
Aktivität
- Wann
- 22. März 2026
- Start
- 17:49 Uhr
- Dauer
- 1 Std.
- Schwierigkeit
- Leicht
Die V&A Waterfront ist der alte Victoria-&-Alfred-Hafen, umgebaut zu einem großen Viertel mit Läden, Restaurants und vielen kleinen Ständen, mit dem Tafelberg im Hintergrund. Für uns war es vor allem eine Einkaufspassage, durch die man gut schlendern kann.
Genau das haben wir am Sonntagabend nach der Weintour gemacht, gut eine Stunde lang. Am letzten Tag der Reise waren wir mittags noch einmal kurz hier.
Roadtrip über die Kaphalbinsel
Aktivität
- Wann
- 23. März 2026
Der Montag war unsere erste längere Fahrt mit dem Mietwagen, raus aus Kapstadt und einmal die Kaphalbinsel hinunter. Am Vormittag ging es über Hout Bay an die False Bay und nach Boulders Beach zu den Pinguinen, einem von Max’ Lieblingstieren.
Auf dem Weg weiter nach Süden standen dann plötzlich Strauße am Straßenrand. Das kam für uns völlig aus dem Nichts und war ziemlich cool – im Nationalpark am Kap leben tatsächlich wilde Strauße. Am Kap der Guten Hoffnung haben wir die üblichen Fotos am Schild gemacht und sind dann den Weg hinüber Richtung Cape Point angefangen. Nach einem Stück haben wir umgedreht, weil der Wind so stark war.
Auf dem Rückweg haben wir noch an der Buffels Bay gehalten und am späten Nachmittag in Muizenberg, bevor es zurück in die Stadt ging – gerade rechtzeitig für den Sonnenuntergang am Kloof Corner.
Gut zu wissen
- Früh losfahren, auf der Halbinsel gibt es mehr Halte, als man denkt
- Am Kap eine Jacke dabeihaben, der Wind kann sehr stark sein
- Auf der Strecke durch den Nationalpark auf Strauße am Straßenrand achten
Boulders Beach
Aktivität
Erst von oben, dann ganz aus der Nähe – für jemanden, der Pinguine liebt, ein perfekter Vormittag.
- Wann
- 23. März 2026
- Start
- 10:34 Uhr
- Dauer
- 1,5 Std.
- Schwierigkeit
- Leicht
Pinguine gehören zu Max’ Lieblingstieren, und bei Boulders Beach gibt es davon wirklich sehr viele. Die Brillenpinguine leben hier zwischen großen Granitblöcken an der False Bay, und das seit den 1980er-Jahren, als die ersten Paare von selbst kamen. Heute ist es eine der wenigen Kolonien dieser Art auf dem Festland.
Zuerst standen wir auf der Plattform, von der man von oben auf die Kolonie schaut. Danach sind wir einen weiteren Weg gegangen, bei dem wir uns nicht ganz sicher waren, ob wir dort sein durften, und waren plötzlich sehr dicht an den Pinguinen. Ein Stück sind wir noch über die Felsen geklettert. Das war großartig, und mit anderthalb Stunden und über hundert Fotos der längste Halt des ganzen Tages.
Gut zu wissen
- Die Kolonie gehört zum Table Mountain Nationalpark, der Eintritt wird am Eingang bezahlt
- Genug Zeit mitbringen, es gibt mehr als nur die Aussichtsplattform
- Abstand halten und auf ausgeschilderten Wegen bleiben, die Tiere brüten hier
Sonnenuntergang am Kloof Corner
Aktivität
- Wann
- 23. März 2026
- Start
- 18:48 Uhr
- Dauer
- 25 Min.
- Schwierigkeit
- Leicht
Am Abend nach der Kaphalbinsel wollten wir den Sonnenuntergang noch einmal von oben sehen, waren aber zu spät dran. Also sind wir den Hang hinaufgelaufen, wirklich gelaufen: Max hat selten erlebt, dass Rebecca so schnell unterwegs war.
Oben standen wir am Kloof Corner, einem Felsvorsprung am westlichen Ende des Tafelbergs, oberhalb des Sattels von Kloof Nek zwischen Tafelberg und Lion’s Head. Von dort sieht man auf den Lion’s Head, die Stadt und den Atlantik. Geschafft haben wir es gerade noch.
Gut zu wissen
- Früher da sein als wir, der kurze Weg von Kloof Nek aus ist steil
- Eine Stirnlampe für den Rückweg mitnehmen