Township-Tour in Langa
Erschreckend und lehrreich zugleich – und nur mit einem Guide wie unserem wirklich sinnvoll.
Über diese Tour haben wir lange mit uns gehadert. Durch ein Viertel zu laufen, in dem Menschen in ärmlichen Verhältnissen leben, fühlt sich schnell falsch an. Am Ende haben wir uns bewusst dafür entschieden, weil wir von Südafrika nicht nur die schönen Seiten sehen wollten.
Die Tour ging durch Langa, das älteste Township Kapstadts. Ein Halt war das Guga S’thebe, ein Kulturzentrum mitten im Viertel. Unser Guide war hervorragend. Er hat erklärt, wie der Rassismus in Südafrika seit der Kolonialzeit gewachsen ist und wie er unter der Apartheid systematisch betrieben wurde – bis hin dazu, wer in welchem Teil der Stadt wohnen durfte. Das war erschreckend, es hat unser Bild vom Land noch einmal sehr verändert, und es hat uns selbst ziemlich geerdet.
Wir waren auch in Häusern, und anfangs war Max unsicher, ob das nicht unangenehm ist. So kam es aber nicht rüber. Die Menschen, die wir getroffen haben, waren offen und schienen mit dem, was sie haben, zufrieden, ohne jedes Anzeichen von Scham. Der Guide beschrieb das Township wie ein Dorf: Wenn man jemanden ein paar Tage nicht sieht, geht man vorbei und schaut nach. In der Gegend gibt es inzwischen auch feste Häuser, und manche, die dort einziehen, kommen nach einer Weile in die Blechhütten zurück.
Der Moment, der geblieben ist, gehört den Kindern. Irgendwann war Rebecca von einer Gruppe umringt, die sie alle umarmt haben, und dann fragten sie den Guide, ob sie für uns tanzen dürften. Eines der Kinder stellte ein Gefäß für Trinkgeld hin – und ein anderes lief sofort kopfschüttelnd hin und räumte es wieder weg. Sie wollten einfach spielen. Gestellt wirkte daran nichts.
Gut zu wissen
- Nur mit einem Guide, der sich dort wirklich auskennt – unserer hat den Unterschied gemacht
- Zeit für Fragen einplanen, die Geschichte dahinter ist das Wichtigste an der Tour
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