Max & Rebecca

Venedig

Lagune, Gassen, Wasser

13. – 18. August 2019, 5 Tage

2 Etappen, 1 Unterkunft

Rebecca und Max mit Sonnenbrillen an einem Kanal auf Burano, hinter ihnen Boote und eine Reihe roter, blauer und rosa Häuser

Venedig war keine Herzensentscheidung, sondern eine Preisentscheidung. Max war noch in der Ausbildung, Rebecca noch im Studium, und die Frage lautete nicht „wohin wollen wir”, sondern „wohin kommen wir für wenig Geld”. Wir haben bei den Flügen geschaut, was gerade günstig war, und sind bei Venedig hängen geblieben: eine Stadt, die wir beide noch nicht kannten, für ein Ticket, das ins Budget passte.

Geflogen sind wir mit Ryanair, hin und zurück, und haben die ganze Zeit im a&o in Mestre auf dem Festland gewohnt. Jeden Morgen ging es mit dem Bus über den Damm in die Altstadt, jeden Abend wieder zurück. Was nach Kompromiss klingt, hat den Aufenthalt überhaupt erst möglich gemacht.

Was daraus geworden ist, hätten wir vorher nicht erwartet. Venedig ist eine Stadt, die sich nicht abarbeiten lässt – man muss sich in ihr verlaufen. Wir haben Pizza am Wasser gegessen, sind mit einem kleinen Motorboot durch die Kanäle gefahren, haben einen ganzen Nachmittag zwischen den bunten Häusern von Burano verbracht und einen Abend am Strand vom Lido, in dem es außer Handständen im Sand kein Programm gab. Zum Abschluss ging es mit der Bahn nach Verona.

Max und Rebecca küssen sich vor dem Canal Grande, hinter ihnen Paläste und in der Ferne die Rialtobrücke

Für uns beide war es der erste richtige gemeinsame Urlaub, und genau das macht diese fünf Tage im Rückblick größer als die Summe der Programmpunkte. Venedig war der Anfang von allem, was danach kam.

Fünf Jahre später sind wir noch einmal hier gewesen: Auf der Fahrt in die Dolomiten haben wir im Juli 2024 einen Nachmittag in der Altstadt eingelegt. Manche Städte guckt man sich einmal an. Diese hier nicht.

Venedig

13. – 18. August 2019 · 5 Nächte · Venedig

Etappe 1 von 2 · Anreise per Flug

Unsere Basis lag nicht in Venedig, sondern in Mestre auf dem Festland. Das war eine reine Kostenentscheidung, und es hat den Ablauf jedes Tages bestimmt: morgens mit dem Bus über den Damm in die Stadt, abends wieder zurück. Auf den Fotos sieht man das noch – jeder einzelne Tag beginnt und endet am selben Punkt am westlichen Rand der Insel.

Rebecca und Max mit Sonnenbrillen am Ufer des Canal Grande, hinter ihnen eine steinerne Brücke und eine Vaporetto-Station
Selfie von Rebecca und Max bei Nacht, hinter ihnen beleuchtete Anleger und Boote am Canal Grande

In der Stadt selbst waren wir fast ausschließlich zu Fuß und mit dem Boot unterwegs. Etwas anderes gibt es auch nicht: In Venedig ist das Boot das, was anderswo der Bus ist.

Die fünf Tage haben sich von selbst aufgeteilt. Der Ankunftstag gehörte den Gassen, der zweite dem Wasser, der dritte den nördlichen Inseln Burano und Murano, der vierte der Giudecca, einem Zwischenstopp auf San Servolo und dem Strand am Lido. Am fünften ging es mit der Bahn nach Verona.

Rückblickend ist die Mischung genau das, was den Aufenthalt getragen hat. Wären wir fünf Tage nur zwischen San Marco und Rialto gelaufen, wäre es zu viel des Gleichen geworden. So hatten wir jeden Tag ein anderes Venedig.

Bewertung: 4 von 5
Art
Hotel
Wann
13. – 18. August 2019
Nächte
5
Zimmer
Doppelzimmer

Wir haben den kompletten Aufenthalt hier gewohnt. Das a&o liegt in Mestre, dem Festlandteil von Venedig, und ist genau das, was man von der Kette erwartet: solide, sauber, ohne Anspruch darauf, mehr zu sein als eine Unterkunft.

Für uns war das genau richtig. Wir waren beide noch in Ausbildung und Studium, und der Preis war das Argument, das die Reise überhaupt möglich gemacht hat. Ein eigenes Zimmer statt eines Mehrbettzimmers, Frühstück inklusive, mehr brauchten wir nicht – tagsüber waren wir ohnehin draußen.

Der Preis dafür ist das Pendeln: Jeden Morgen mit dem Bus über die Brücke, jeden Abend zurück. Das klingt lästiger, als es war. Nach vier Tagen kennt man den Weg, und die Fahrt über den Damm mit der Lagune links und rechts ist selbst schon ein kleines Erlebnis.

Hat uns gefallen

  • Deutlich günstiger als jede Nacht auf der Insel
  • Eigenes Zimmer statt Mehrbettzimmer
  • Frühstück inklusive
  • Bus in die Altstadt direkt vor der Tür

Weniger gut

  • Nichts Besonderes, reine Zweckunterkunft
  • Man muss jeden Morgen und jeden Abend hin und zurück pendeln

WLAN · Frühstück

Bewertung: 5 von 5

Der beste Weg, Venedig kennenzulernen, ist der, bei dem man sich absichtlich verläuft.

Wann
13. August 2019
Start
16:50 Uhr
Dauer
4,5 Std.

Wir sind am späten Nachmittag angekommen und haben genau das gemacht, was man am ersten Tag in Italien macht: erst mal eine Pizza essen. Danach sind wir einfach losgelaufen.

Kein Plan, keine Liste, keine Reihenfolge – nur durch die Gassen, über die Brücken, hier und da ein Kaffee. Venedig funktioniert genau so am besten: Der Weg vom Bahnhof Richtung Rialto ist voll, aber sobald man zweimal abbiegt, steht man in einer Gasse, in der außer einer Katze niemand ist.

An diesem Abend haben wir auch das Calippo Lime entdeckt, das es in Deutschland damals noch nicht gab. Das hat sich für den Rest der Reise gehalten – es gab danach ungefähr jeden Tag eins.

Ausklingen lassen haben wir den Abend an einem Steg am Wasser, mit heruntergelassenen Beinen und ohne irgendetwas vorzuhaben. Rückblickend war das der Moment, in dem der Urlaub angefangen hat.

Ein menschenleerer gepflasterter Platz mit einem Brunnen, umgeben von alten Häusern mit Schornsteinen
Max schneidet in einem Restaurant eine Pizza an, auf dem Tisch eine zweite Pizza
Erst mal Pizza.
Max steht mit einem Calippo auf einer Brücke über einem schmalen Kanal, hinter ihm eine Gondel
Ein schmaler Kanal zwischen hohen Backsteinhäusern, weiter hinten eine Gondel
Ein stiller Hof vor einem verwitterten Haus mit grünen Fensterläden

Gut zu wissen

  • Am Ankunftstag nichts vornehmen – einmal ziellos loslaufen reicht völlig
  • Zwei Gassen neben dem Hauptweg ist es sofort ruhig
  • Den Abend an einem Steg am Wasser ausklingen lassen, das kostet nichts
Bewertung: 5 von 5

Die eine Sache, die wir jedem weiterempfehlen würden, der zum ersten Mal in Venedig ist.

Wann
14. August 2019
Start
12:30 Uhr
Dauer
1,5 Std.

Am zweiten Tag sind wir aufs Boot gestiegen – ein kleines Motorboot, das nicht nur den Canal Grande abfährt, sondern durch die schmalen Wasserstraßen zwischen den Häusern.

Das ist der Punkt, an dem Venedig Sinn ergibt. Vom Ufer aus sieht man Fassaden. Vom Wasser aus sieht man, dass diese Fassaden Eingänge sind: Türschwellen, die direkt in den Kanal führen, Lieferboote, die Getränkekisten abladen, Treppen, die unter der Wasserlinie verschwinden. Die Stadt ist von hier aus gedacht worden, nicht von der Gasse.

Die Fahrt ging anschließend hinaus ins offene Becken und weiter Richtung Lido, vorbei an der Punta della Dogana und der Silhouette von San Marco. Nach anderthalb Stunden hatten wir eine bessere Vorstellung von der Stadt als nach dem gesamten Vortag zu Fuß.

Am Abend waren wir dann noch einmal an der Piazza San Marco und zum Ausklang an der Rialtobrücke.

Blick vom Boot auf die hölzerne Accademia-Brücke über dem Canal Grande, darunter ein Vaporetto, in der Ferne die Kuppel der Salute
Die Kirche San Giorgio Maggiore mit Kuppel und rotem Glockenturm auf ihrer Insel, davor Wasser und ein Motorboot
Blick über den Bug eines Boots auf offenes Wasser und einen flachen Inselstreifen
Die Fassade des Markusdoms mit goldenem Abendlicht und der Campanile dahinter, davor ein Paar Hand in Hand auf dem Markusplatz
Rebecca an der Reling eines Boots, hinter ihr die Markthalle mit roten Bögen am Canal Grande
Selfie von Max und Rebecca über dem Canal Grande mit Gondeln und Palästen
Blick unter einem Brückenbogen hindurch auf den Canal Grande mit Booten

Gut zu wissen

  • Früh am Tag fahren, dann ist das Licht in den engen Kanälen noch nicht weg
  • Nicht nur den Canal Grande buchen – die kleinen Seitenkanäle sind das Interessante
  • Vorne sitzen, wenn möglich
Bewertung: 5 von 5

Kein Museum, keine Sehenswürdigkeit, keine Warteschlange – und trotzdem der stärkste Tag der Reise.

Wann
15. August 2019
Start
12:15 Uhr
Dauer
5 Std.

Der dritte Tag gehörte der nördlichen Lagune. Abgelegt haben wir an den Fondamente Nove, der Anlegestelle an der Nordseite Venedigs, von der aus die Boote zu den Inseln fahren.

Angekommen sind wir zuerst auf Mazzorbo, das über eine hölzerne Brücke mit Burano verbunden ist – man läuft hinüber, ohne es zu merken. Und dann steht man in dieser Kulisse: Häuserzeilen an schmalen Kanälen, jedes Haus in einer anderen Farbe, kräftiges Rot neben Türkis neben Gelb, ohne erkennbare Ordnung.

Wir sind über drei Stunden geblieben. Nicht weil es so viel zu sehen gäbe – Burano ist klein –, sondern weil es keinen Grund gab zu gehen. Ein paar Fotos, ein bisschen Blödsinn, immer wieder stehen bleiben, weil um die nächste Ecke schon wieder eine andere Farbkombination wartet.

Von allem, was wir in diesen fünf Tagen gesehen haben, ist Burano das, was am deutlichsten geblieben ist.

Häuserzeile in Rot, Blau, Gelb und Rosa an einem Kanal, davor Restaurantschirme und festgemachte Motorboote
Rebecca und Max vor roten, grünen und rosa Häusern an einem Kanal mit einer Holzbrücke, ringsum Spaziergänger
Selfie von Rebecca und Max vor einer Hauswand, die über und über mit bunten Bildern bemalt ist
Ein schiefer Glockenturm ragt zwischen einem blauen, einem türkisen und einem orangen Haus in den Himmel
Der Glockenturm steht schief, und zwar sichtbar.
Max balanciert mit ausgebreiteten Armen auf einer niedrigen Backsteinmauer am Kanal, vor roten Häusern
Rebecca sitzt an einer Kaimauer, isst ein Calippo und hält ihr Handy, hinter ihr bunte Häuser und ein Kanal

Gut zu wissen

  • Ab Fondamente Nove ablegen, von dort geht es in die nördliche Lagune
  • Zeit mitbringen – eine Stunde reicht nicht, wir waren über drei da
  • Auf dem Rückweg Murano mitnehmen, das liegt ohnehin auf dem Weg
Wann
15. August 2019
Start
17:25 Uhr

Murano liegt auf dem Rückweg von Burano nach Venedig, und weil das Boot dort ohnehin hält, sind wir am späten Nachmittag noch einmal ausgestiegen.

Viel ist daraus nicht geworden. Nach über drei Stunden auf Burano war die Aufnahmefähigkeit aufgebraucht – wir haben uns kurz umgesehen und sind weitergefahren.

Das ist rückblickend der eine Punkt, den wir anders machen würden: Murano ist seit dem 13. Jahrhundert das Zentrum der venezianischen Glasherstellung und hätte einen eigenen halben Tag verdient, statt als Anhängsel am Ende eines langen Inseltages zu stehen.

Eine hohe Skulptur aus bunten Glasteilen vor einem Glockenturm aus Backstein, darum ein Geländer

Gut zu wissen

  • Nicht ans Ende eines langen Tages legen, dafür ist die Insel zu schade
  • Wer die Glasbläserei sehen will, sollte den Besuch getrennt planen
Bewertung: 4 von 5

Zehn Bootsminuten von San Marco entfernt und trotzdem eine völlig andere Stadt.

Wann
16. August 2019
Start
10:40 Uhr
Dauer
1 Std.

Die Giudecca ist der langgezogene Inselstreifen südlich der Altstadt, vom Rest Venedigs durch einen breiten Kanal getrennt. Genau diese Trennung macht sie aus: Die Boote halten hier, aber die meisten Leute fahren vorbei.

Wir waren am Vormittag des vierten Tages drüben, und der Unterschied ist deutlich. Keine Menschenströme, keine Souvenirstände, dafür Wäscheleinen, Kinder und Leute, die einfach hier wohnen.

Der eigentliche Grund hierherzukommen ist aber der Blick zurück: Von der Nordseite der Giudecca liegt die komplette Silhouette der Altstadt gegenüber, über die ganze Breite des Kanals hinweg. Von innen bekommt man Venedig nie so zu sehen.

Blick vom Boot über bewegtes Wasser auf die Uferzeile der Altstadt mit der Kuppel der Salute-Kirche
Blick vom Boot über den breiten Kanal auf eine lange Häuserzeile mit einer Kirche mit weißer Fassade

Gut zu wissen

  • Der Blick zurück auf die Altstadt ist von hier aus der beste der ganzen Stadt
  • Gut für einen Vormittag, an dem man keine Lust auf Gedränge hat
Wann
16. August 2019
Start
16:15 Uhr
Dauer
30 Min.

Auf dem Weg zum Lido sind wir auf San Servolo ausgestiegen, einer kleinen Insel im südlichen Becken der Lagune. Wir sind eine gute halbe Stunde geblieben und über das Gelände gelaufen.

In Erinnerung geblieben war uns die Insel als ehemaliges Gefängnis – das stimmt so nicht ganz, trifft die Stimmung aber. Von 1725 an stand hier ein Krankenhaus für psychisch Kranke, das später zur zentralen Anstalt der Region wurde und erst 1978 geschlossen hat, als Italien seine psychiatrischen Anstalten per Gesetz auflöste. Wer über den Hof geht, merkt der Anlage das an: großzügig, ruhig und trotzdem in sich geschlossen.

Heute sitzt auf der Insel eine internationale Universität. Aus dem, was einmal Verwahrung war, ist ein Campus geworden.

Langer Gang mit Holzdecke, an der Wand großformatige Schwarzweißfotos und Texttafeln, davor Vitrinen mit alten Geräten
Max sitzt auf einem Holzsteg und isst ein Eis, hinter ihm eine große weiße runde Skulptur

Gut zu wissen

  • Liegt auf dem Weg zwischen Altstadt und Lido, passt gut als Zwischenstopp
  • Für mehr als einen kurzen Rundgang sollte man den Besuch vorher planen
Bewertung: 5 von 5

Der Tag, an dem wir aufgehört haben, Venedig abzuarbeiten, und angefangen haben, Urlaub zu machen.

Wann
16. August 2019
Start
17:45 Uhr
Dauer
3 Std.

Nach dem Vormittag auf der Giudecca sind wir am Nachmittag hinaus zum Lido gefahren, der schmalen Insel zwischen Lagune und offener Adria. Dort gibt es das, was Venedig selbst nicht hat: einen richtigen Sandstrand.

Und dann haben wir drei Stunden lang nichts gemacht. Im Sand gesessen, ins Wasser gegangen, Handstände geübt – mit mäßigem Erfolg, aber mit erheblichem Spaß. Kein Museum, keine Warteschlange, keine Sehenswürdigkeit, die man abhaken müsste.

Als es dunkel wurde, sind wir zurück in die Stadt und haben uns wieder mit einer Pizza ans Wasser gesetzt. Es war der zweite Abend dieser Art auf der Reise, und beide Male war es der beste Teil des Tages.

Wer nach Venedig fährt, plant meistens Kirchen, Museen und Brücken ein. Der Lido steht auf keiner dieser Listen – und war für uns trotzdem einer der Höhepunkte.

Panorama eines flachen Sandstrands, Rebecca steht mit ausgebreiteten Armen im seichten Wasser
Max und Rebecca im Gegenlicht auf dem Sandstrand, im Hintergrund Sonnenschirme und Badegäste
Die Sonne geht über der Lagune unter, im Vordergrund dunkles Wasser mit Pfählen und einem Boot
Max macht am Strand einen Handstand, daneben steht Rebecca und lacht
Handstände, mit mäßigem Erfolg.
Max sitzt abends am Wasser vor einem geöffneten Pizzakarton

Gut zu wissen

  • Erst am späten Nachmittag hinfahren, dann wird es leerer und das Licht besser
  • Das letzte Boot zurück im Blick behalten
  • Kein Programm einplanen – genau das ist der Punkt

Eingepackt

  • Handtuch
  • Badesachen
  • etwas zu trinken

Tagesausflug nach Verona

17. August 2019 · Verona

Etappe 2 von 2 · Anreise per Bahn

Am letzten vollen Tag sind wir aus der Lagune heraus und mit der italienischen Bahn nach Verona gefahren. Der Start war hektischer als geplant: Wir hatten die Tickets sehr spät gekauft und waren noch mitten in der Onlinebuchung, als die Kontrolle durch den Wagen kam. Es ging gerade noch gut.

In Verona haben wir dann sechs Stunden gehabt, und die reichen für die Altstadt völlig. Von der Arena über die Piazza delle Erbe zur Casa di Giulietta, danach über die Etsch und hinauf zum Castel San Pietro, wo wir am Ende deutlich länger geblieben sind als vorgesehen.

Die breite Etsch zwischen Uferbäumen, am Horizont Häuser, ein Kirchturm und eine Brücke

Am Abend ging es zurück, vorbei am Castelvecchio zum Bahnhof – und damit war die Reise im Wesentlichen zu Ende.

Der Backsteinturm des Castelvecchio mit Zinnenmauer vor einem Himmel mit Schleierwolken
Bewertung: 4 von 5

Als Tagesausflug ab Venedig genau richtig – die Stadt lässt sich komplett zu Fuß gehen.

Wann
17. August 2019
Start
13:15 Uhr
Dauer
6 Std.

Angefangen hat der Tag am Bahnhof – und beinahe unangenehm. Wir hatten die Tickets für die italienische Bahn ziemlich spät gekauft, und als die Kontrolle durch den Zug kam, waren wir gerade dabei, sie online zu buchen. Es hat rechtzeitig geklappt, aber knapp war es.

In Verona gab es dann erst mal einen Aperol, und danach sind wir einfach losgelaufen. Die Stadt ist angenehm kompakt: die römische Arena mitten im Zentrum, von dort in ein paar Minuten auf die Piazza delle Erbe, den alten Marktplatz, und weiter Richtung Etsch.

Was uns am meisten aufgefallen ist, war der Kontrast. Nach fünf Tagen in Venedig – eng, verwinkelt, alles auf Booten – steht man plötzlich auf breiten Plätzen, mit Autos, Straßen und richtig viel Platz. Das fühlt sich nach einer Woche auf Inseln beinahe ungewohnt an.

Gegessen haben wir zwischendurch noch einmal in der Altstadt, bevor es am Abend zurück zum Bahnhof ging.

Max sitzt unter einem Sonnenschirm mit einem Aperol in der Hand, auf dem Tisch ein zweites Glas und Chips
Erst mal ein Aperol.
Brunnen mit einer Statue auf der Piazza delle Erbe, dahinter Marktschirme und alte Häuser
Die hohen Steinbögen der Arena, daneben der breite Gehweg der Piazza Bra mit bunten Häusern
Die weite gepflasterte Piazza Bra mit Passanten, am Rand eine Häuserzeile und eine Straßenlaterne

Gut zu wissen

  • Bahntickets vorher online kaufen, das geht auch noch kurz vor der Kontrolle
  • Verona ist kompakt, ein Tag reicht für die Altstadt völlig
  • Bei Hitze früh anfangen, die Plätze haben kaum Schatten
Bewertung: 3 von 5

Touristisch bis zum Anschlag – und trotzdem das, woran wir uns von Verona am deutlichsten erinnern.

Wann
17. August 2019

Der Innenhof mit dem Balkon aus Romeo und Julia ist Veronas bekannteste Adresse, und das merkt man sofort: Als wir ankamen, stand eine wirklich lange Schlange davor.

Der Brauch, dem alle folgen, ist ein Zettel mit den Namen des Paares – hinterlassen für das Glück in der Beziehung. Wir haben natürlich auch einen dagelassen.

Man muss ehrlich sein: Das Ganze ist bis in die letzte Ecke touristisch, und historisch hat der Balkon mit Shakespeares Stück nicht mehr zu tun als jeder andere in Verona. Trotzdem – wenn wir heute an diesen Tag zurückdenken, ist das die Szene, die zuerst kommt.

Menschenmenge mit Sonnenhüten und Schirmen vor dem Torbogen mit dem Schild Casa di Giulietta
Selfie von Max und Rebecca vor einer Wand, die dicht mit Zetteln und Notizen beklebt ist
Nahaufnahme einer Wand voller handbeschriebener Zettel mit Namen und Herzen
Einer davon ist unserer.

Gut zu wissen

  • Die Schlange kann sehr lang werden, notfalls nur in den Hof gehen
  • Wer einen Zettel dalassen will, sollte Stift und Papier dabeihaben
Bewertung: 5 von 5

Der beste Punkt der Stadt, und man muss dafür nicht einmal Eintritt zahlen.

Wann
17. August 2019
Start
16:05 Uhr
Dauer
2 Std.
Schwierigkeit
Leicht

Auf der anderen Seite der Etsch steigt ein Hügel an, und oben darauf steht eine Befestigung, von der aus man ganz Verona überblickt: das Castel San Pietro.

Ganz ehrlich – wir wussten damals gar nicht genau, was das für ein Gebäude ist. Wir sind einfach über den Fluss und die Stufen hoch, weil es interessant aussah. Oben steht man dann über den Dächern, mit der Etsch im Bogen unter sich, der Arena in der Ferne und den Hügeln dahinter.

Aus dem kurzen Abstecher sind gut zwei Stunden geworden. Wir sind einfach oben geblieben, weil das Licht mit jeder halben Stunde besser wurde. Von allen Programmpunkten dieses Tages ist das der, den wir sofort wieder machen würden.

Auf dem Rückweg ging es an der Etsch entlang zurück, vorbei am Castelvecchio, bevor wir zum Bahnhof mussten.

Die steinerne Bogenbrücke Ponte Pietra über die Etsch im Abendlicht, dahinter ein Glockenturm und Kuppeln
Blick von oben über eine Balustrade auf die Etsch mit einer Brücke und die Altstadt von Verona
Der Hügel mit Zypressen und dem Castel San Pietro, vom anderen Ufer der schnell fließenden Etsch aus gesehen
Rebecca im roten Kleid auf einer Steintreppe zwischen einer Mauer und Grün
Max steht an einer Brüstung unter einer Zypresse und schaut über die Stadt

Gut zu wissen

  • Am späten Nachmittag hoch, dann liegt die Altstadt im warmen Licht
  • Es gibt Treppen und eine Standseilbahn – die Treppen dauern keine zehn Minuten
  • Oben Zeit einplanen, man geht nicht so schnell wieder runter
Alle Einträge