Max & Rebecca

Zadar

Mietwagen, Wasserfälle, Meeresorgel

18. – 25. September 2021, 8 Tage

6 Etappen, 1 Unterkunft

Selfie von Max und Rebecca mit Sonnenbrillen an der Uferpromenade, hinter ihnen Menschen auf hellen Steinstufen, das Meer und flache Inseln

Zadar war unser zweiter gemeinsamer Urlaub mit Flug, und wie beim ersten stand das Ziel nicht am Anfang. Wir haben nach Verbindungen geschaut, Zadar war günstig und gut angebunden, und keiner von uns war vorher in Kroatien gewesen. Also Zadar.

Die eine Entscheidung, die den Charakter der Reise bestimmt hat, war der Mietwagen am Flughafen. Wir haben eine Wohnung in der Stadt genommen und sie im Grunde nur zum Schlafen benutzt: Jeden Morgen ging es los, jeden Abend kamen wir zurück. Dazwischen lagen der Krka-Nationalpark, die Plitvicer Seen, ein Tag in Split, ein halber in Nin und zum Schluss eine Bootstour hinaus zu den Kornaten.

Die Fahrten selbst sind dabei zu einem eigenen Programmpunkt geworden. Die Straßen im kroatischen Hinterland fallen immer wieder steil ab, geben plötzlich den Blick auf eine Klippe frei und führen genauso plötzlich wieder ins Karstland hinein. Und mehr als einmal standen einfach Kühe auf der Fahrbahn, ohne dass jemand in der Nähe gewesen wäre, dem sie gehört hätten.

Blick durch die Windschutzscheibe auf eine Landstraße zwischen Bäumen im Abendlicht, oben im Bild der Rückspiegel
Aus dem Mietwagen.

Was von den Nationalparks hängen geblieben ist, ist weniger ein einzelner Wasserfall als der Eindruck, wie unberührt das alles wirkt. Bei den Plitvicer Seen kommt dazu, dass die Tiere den Menschen gegenüber völlig gelassen sind: Fische und Enten kommen bis auf Armlänge heran.

Die breite Kaskade von Skradinski Buk, das Wasser fällt über mehrere bewachsene Sinterstufen in ein grünes Becken, ringsum Wald
Skradinski Buk im Krka-Nationalpark.

Der Abend gehörte dagegen fast immer derselben Stelle: der Meeresorgel an der Spitze der Halbinsel, wo die Wellen selbst Töne erzeugen und der Boden daneben im Dunkeln zu leuchten anfängt. Von allem, was wir in dieser Woche gesehen haben, ist das der Ort, an den wir am häufigsten zurückgegangen sind.

Bezahlt wurde damals übrigens noch in Kuna. Den Euro hat Kroatien erst gut ein Jahr später eingeführt.

Zadar

18. – 25. September 2021 · 7 Nächte · Zadar

Etappe 1 von 6 · Anreise per Flug

Zadar war die einzige Etappe im engeren Sinne: Wir haben die ganze Woche hier geschlafen und sind von hier aus jeden Tag woanders hingefahren. Die Wohnung lag in der Stadt, der Mietwagen stand davor, und der Rest der Reise passierte im Umkreis von zwei Autostunden.

Ein silberner VW Golf auf einem Schotterplatz am Straßenrand, dahinter eine Betonmauer und ein geparkter Tankwagen
Halt auf der Fahrt nach Krka.

Die Stadt selbst haben wir uns am ersten vollen Tag angesehen – sie ist klein genug, dass ein Tag reicht. Der Rest von Zadar bestand aus Abenden: Am Ankunftstag sind wir gleich an die Meeresorgel gelaufen, und danach immer wieder. Kein anderer Programmpunkt dieser Reise ist so oft wiederholt worden.

Rebecca im weißen T-Shirt mit Kameragurt am Wasser, hinter ihr das Meer mit Segelbooten und flachen Inseln

Zwischendurch haben wir hier zum ersten Mal Taucherbrille, Schnorchel und Badeschuhe gekauft. Was wie eine Kleinigkeit klingt, hat sich als eine der folgenreichsten Anschaffungen dieser Reise herausgestellt – seitdem liegt beides bei jedem Urlaub am Wasser im Koffer.

Und einmal in dieser Woche saßen wir in einem Burgerladen mit eigenem Bier, dessen Namen keiner von uns mehr weiß, dessen Trüffelpommes aber jeder von uns sofort wieder beschreiben kann.

Bewertung: 3 von 5
Art
Airbnb
Wann
18. – 25. September 2021
Nächte
7
Zimmer
Doppelzimmer

Wir haben die ganze Woche in einer Airbnb-Wohnung in Zadar gewohnt. Das Erste, was uns aufgefallen ist, war der Unterschied zu den Anzeigenfotos: Die Wohnung war spürbar dreckiger, als sie dort aussah. Nichts, was den Aufenthalt gekippt hätte, aber der erste Eindruck war ein anderer als erwartet.

Der zweite Eindruck kam vom Gastgeber, der uns die Wohnung mit einer deutlichen Fahne übergeben hat. Auch das ging gut aus – wir haben uns die ganze Woche über sicher und wohl gefühlt.

Am Ende hat die Wohnung getan, was sie sollte. Wir waren praktisch nur zum Schlafen dort: morgens mit dem Mietwagen los, abends zurück, dazwischen Nationalparks und Küstenstraßen. Für diese Art von Reise reicht eine Unterkunft, die einfach funktioniert.

Rebecca steht in einem Zimmer mit hellgrauen Wänden, hinter ihr eine offene Tür zu einer Kochnische mit Spüle und Klimagerät, an der Türklinke ein Handtuch

Hat uns gefallen

  • Eigene Wohnung statt Hotelzimmer, für eine ganze Woche
  • Lage in Zadar, alles Weitere ging von hier aus mit dem Auto

Weniger gut

  • Deutlich weniger sauber als auf den Anzeigenfotos
  • Der Gastgeber hatte bei der Schlüsselübergabe eine ordentliche Fahne
Bewertung: 5 von 5

Die eine Sache, die wir mit Zadar bis heute als Erstes verbinden.

An der Westspitze der Zadarer Halbinsel läuft eine breite Steintreppe ins Wasser. Darunter liegen Röhren, die Wellen drücken Luft hindurch, und heraus kommt ein Ton. Keine Melodie – dafür sind die Wellen zu unregelmäßig – aber auch kein Lärm. Es klingt eher wie ein sehr langsames Instrument, das nie ganz aufhört.

Direkt daneben liegt eine runde Glasfläche im Boden, die tagsüber Sonne sammelt und abends anfängt zu leuchten. Beides zusammen ergibt einen Ort, an dem man abends einfach sitzt.

Wir waren gleich am Ankunftsabend zum ersten Mal dort und danach immer wieder. Von der ganzen Reise ist das der Programmpunkt, den wir am häufigsten wiederholt haben – und der einzige, bei dem es überhaupt kein Programm gab.

Eine große runde Glasfläche im Steinboden am Ufer, in der sich Menschen spiegeln, dahinter das Meer und die Küste gegenüber
Ein Segelboot im Gegenlicht auf glitzerndem Wasser, die Sonne hinter Wolken, am Horizont Inseln
Nachts am Ufer blaue Lichtpunkte im Boden, davor eine Person von hinten, in der Ferne Lichter

Der erste Abend.

Gut zu wissen

  • Zum Sonnenuntergang hingehen, dann laufen Orgel und Lichtspiel zusammen
  • Sich auf die Stufen setzen, nicht davorstellen – der Ton kommt von unten
  • Bei ruhiger See ist es leise. Der Wind entscheidet, wie laut der Abend wird
Bewertung: 4 von 5
Wann
19. September 2021

Am ersten vollen Tag sind wir einfach durch die Altstadt gelaufen. Sie ist so klein, dass man dabei mehrfach an denselben Ecken vorbeikommt, ohne dass es langweilig wird.

Der Mittelpunkt ist das römische Forum, das nicht abgesperrt hinter Glas liegt, sondern als Platz benutzt wird. Auf einer Ecke davon steht die Donatuskirche, ein runder Bau aus dem 9. Jahrhundert, für den man kurzerhand die Steine des Forums weiterverwendet hat – in den Mauern stecken bis heute römische Fragmente.

Der Rest des Tages bestand aus Gassen, der Riva und dem Wasser. Zadar ist keine Stadt, in der man Sehenswürdigkeiten abhaken muss; es reicht, sich treiben zu lassen und abends an der Meeresorgel zu landen.

Rebecca lacht an einem Cafétisch, hinter ihr Mauerreste des Forums und ein moderner Bau
Ein Gitarrist mit Mikrofon und ein Mann auf einer Cajón machen Musik auf einem Platz, Passanten gehen vorbei
Blick eine Fußgängerstraße entlang auf einen hohen Glockenturm, auf der Straße Menschen

Gut zu wissen

  • Die Halbinsel ist klein genug, um sie ohne Plan zu laufen
  • Das Forum liegt offen, man läuft mitten hindurch statt daran vorbei
Bewertung: 4 von 5

Die kroatische Küste besteht aus Stein. Was in Reiseprospekten als Strand durchgeht, ist meistens eine Kiesbank oder eine Betonplatte mit Leiter, und barfuß macht das keinen Spaß.

Wir haben uns deshalb hier zum ersten Mal ausgerüstet: Taucherbrille, Schnorchel und – für Max – Badeschuhe. Das war weniger eine Anschaffung als eine kleine Grundsatzentscheidung. Seitdem liegt beides bei jeder Reise ans Wasser im Koffer.

Das Wasser an der Halbinsel ist so klar, dass sich das Schnorcheln auch ohne besondere Spots lohnt. Man sieht den Grund, man sieht Fische, und man muss dafür nirgendwo hinfahren.

Ein Schwarm Fische im klaren, grünen Wasser zwischen einem weißen Bootsrumpf und einer Kaimauer mit Autoreifen
Von oben zwei Paar nasse Beine und Füße auf einer Steinkante über dem Meer, eines in zerrissenen Jeansshorts

Gut zu wissen

  • Beides gibt es vor Ort in jedem zweiten Laden, man muss es nicht mitschleppen

Eingepackt

  • Badeschuhe. An dieser Küste gibt es praktisch keinen Sand
  • Taucherbrille und Schnorchel, das Wasser ist klar genug, dass es sich lohnt
  • Ein Handtuch, das auf Stein liegen darf
Küche
Burger, Craft Beer
Preisniveau
€€

Von diesem Laden ist der Name verloren gegangen, alles andere nicht. Er lag in Zadar, machte Burger und braute ein eigenes Bier, das es sonst nirgends gab.

Geblieben sind aber vor allem die Trüffelpommes. Die sind der Grund, warum dieser Abend überhaupt noch in der Erinnerung steht, während andere Mahlzeiten dieser Woche restlos verschwunden sind.

Falls sich der Name doch noch findet, kommt er hier nach.

Im dämmrigen Licht zwei Burger auf Holzbrettern und eine Schale Pommes mit heller Soße und gehobeltem Käse, dahinter ein Mann im roten T-Shirt

Krka-Nationalpark

20. September 2021 · Krka-Nationalpark

Etappe 2 von 6 · Anreise per Auto, 1,5 Std.

Der erste größere Ausflug ging nach Südosten, ins Hinterland zwischen Šibenik und dem Kalkgebirge. Die Fahrt dorthin gehört schon dazu: Wir sind mehrfach angehalten, weil die Strecke immer wieder steil abfällt und den Blick auf die Küste freigibt.

Im Park selbst waren wir am Skradinski Buk, der breiten Kaskade kurz vor der Flussmündung. Wir sind erst am Nachmittag angekommen, hatten dafür aber deutlich mehr Ruhe als die Mittagsbesucher.

Blick vom Heck eines Boots über das Kielwasser auf den Fluss zwischen felsigen Hängen, am Heck eine kroatische Flagge, hinten eine Brücke
Mit dem Parkboot von Skradin flussaufwärts.

Zurück ging es mit dem Parkboot nach Skradin, wo wir den Abend am Hafen verbracht haben, bevor wir im Dunkeln nach Zadar zurückgefahren sind.

Segelboote und Katamarane an einem Hafenkai, links ein Ausflugsboot, im Hintergrund eine Bogenbrücke über den Fluss
Der Hafen von Skradin.
Bewertung: 5 von 5

Der Park, bei dem wir am häufigsten stehen geblieben sind, weil hinter jeder Kurve noch eine Stufe kam.

Wann
20. September 2021
Start
15:43 Uhr
Dauer
2 Std.

Skradinski Buk ist kein einzelner Wasserfall, sondern eine ganze Treppe: Der Fluss Krka fällt über Dutzende Sinterstufen, die sich über mehrere hundert Meter Breite und Länge ziehen. Ein Holzsteg führt in einer Runde darum herum und stellenweise mittendurch, sodass links und rechts Wasser läuft.

Wir sind am späten Nachmittag angekommen, und das war rückblickend die richtige Entscheidung – das Licht stand tief zwischen den Bäumen, und es war deutlich leerer, als es mittags gewesen sein dürfte. Aus zwei Stunden wurden schnell mehr, weil hinter jeder Biegung noch eine Stufe kam.

Zurück ging es mit dem Parkboot nach Skradin, einem kleinen Hafenort am Ende der Flussmündung. Dort haben wir den Abend am Wasser verbracht, bevor wir die anderthalb Stunden nach Zadar zurückgefahren sind.

Max im roten T-Shirt mit Rucksack und Telefon, hinter ihm durch die Bäume die Kaskade und rechts ein Holzsteg mit Besuchern
Rebecca sitzt auf einer Steinmauer unter einer Kiefer, unten fällt ein kleiner Wasserfall in ein türkises Becken, daneben ein Steinhäuschen mit rotem Dach
Rebecca an der Reling eines Boots auf dem Fluss, hinter ihr Kielwasser und ein felsiger, bewaldeter Hang
Max im roten T-Shirt an Bord, hinter ihm ein hölzernes Ausflugsboot an einem Steg und das bewaldete Flusstal
Ein Holzsteg führt unter hellgrünen Bäumen hindurch, seitlich fließt Wasser

Gut zu wissen

  • Über Skradin anreisen und das Parkboot nehmen – die Anfahrt über das Wasser ist Teil davon
  • Am späten Nachmittag ist deutlich weniger los als mittags
  • Der Rundweg ist kurz, aber man braucht länger dafür als gedacht

Eingepackt

  • Feste Schuhe, die Stege sind nass und stellenweise glitschig
  • Badezeug, falls man den Tag am Wasser ausklingen lassen will

Split

21. September 2021 · Split

Etappe 3 von 6 · Anreise per Auto, 1,5 Std.

Split liegt rund 150 Kilometer südöstlich von Zadar, und wir haben daraus einen ganzen Tag gemacht. Mittags standen wir vor der Statue des Grgur Ninski am Goldenen Tor und sind von dort in den Diokletianpalast gegangen, der heute schlicht die Altstadt von Split ist. Zwischen den römischen Mauern wird gewohnt und gearbeitet, und genau das macht den Unterschied zu einer Ausgrabungsstätte aus.

Den Nachmittag über waren wir an den Kiesbuchten an der Südseite des Marjan, dem bewaldeten Hügel westlich der Altstadt.

Klares Wasser über hellem Grund, dahinter Schwimmer, ein Kiesstrand, Kiefern und eine Kalkwand
Unter dem Marjan.

Abends auf dem Rückweg haben wir noch einen Stopp in Trogir eingelegt, dessen Altstadt ebenfalls auf einer eigenen Insel liegt. Danach ging es die Küste wieder hinauf nach Zadar.

Ein Platz bei Nacht mit Palmen, einem angestrahlten Glockenturm und einem hellen Palast, davor Restaurantschirme und Gäste
Trogir auf dem Rückweg.
Bewertung: 4 von 5
Wann
21. September 2021

Split war der weiteste Ausflug dieser Woche, gut anderthalb Stunden Fahrt in jede Richtung. Angefangen haben wir mittags am Goldenen Tor, vor dem die riesige Statue des Grgur Ninski steht – des Bischofs Gregor von Nin, der im 10. Jahrhundert dafür stritt, die Messe auf Kroatisch statt auf Latein lesen zu dürfen. Die Figur stammt von Ivan Meštrović, dem bekanntesten kroatischen Bildhauer, und ihr großer Zeh ist blank gerieben, weil das Reiben Glück bringen soll.

Durch das Tor ging es in den Diokletianpalast. Das Besondere daran ist, dass er kein Museum ist: Was um 300 als Alterssitz eines römischen Kaisers gebaut wurde, ist heute schlicht die Altstadt. Zwischen den antiken Mauern hängen Wäscheleinen, in den Kellergewölben sind Läden, und die Gassen sind so eng, dass man die Navigation aufgeben kann.

Den Nachmittag haben wir an den Kiesbuchten unter dem bewaldeten Marjan-Hügel verbracht, ein Stück westlich der Altstadt und direkt am offenen Wasser. Danach ging es noch einmal an die Riva und den Hafen.

Auf dem Rückweg haben wir abends in Trogir angehalten, dessen Altstadt ebenfalls auf einer Insel liegt, und sind dann im Dunkeln nach Zadar zurückgefahren.

Blick nach oben in eine runde Kuppel aus Stein und Ziegeln mit großer Öffnung zum blauen Himmel
Ein vergittertes Fenster in einer bröckelnden Mauer aus Stein und Ziegeln, draußen Palmen, Boote und der Hafen
Eine Bucht unter einer hellen Kalkwand mit klarem Wasser und einigen Schwimmern
Rebecca in einer engen Gasse zwischen alten Steinhäusern mit Fensterläden, hinter ihr eine Treppe voller Blumentöpfe
Nachts ein Platz mit Sonnenschirmen und einer Lichterkette über Tischen
Abends in Trogir.

Gut zu wissen

  • Die Buchten an der Südseite des Marjan sind von der Altstadt aus zu Fuß erreichbar
  • Der Palast ist kein abgesperrtes Museum, einfach hineinlaufen
  • Auf dem Rückweg nach Zadar liegt Trogir direkt an der Strecke

Plitvicer Seen

22. September 2021 · Plitvicer Seen

Etappe 4 von 6 · Anreise per Auto, 2 Std.

Der längste Tag dieser Woche. Die Plitvicer Seen liegen weit im Binnenland, gut zwei Stunden von Zadar entfernt, und unterwegs haben wir noch einmal am Rand der Straße angehalten, wo sich der Blick weit über das Karstland öffnet.

Max steht auf einem Felsen am Rand einer Landstraße und schaut über eine weite, trockene Karstebene, am Horizont Windräder
Halt auf dem Weg ins Binnenland.

Im Park selbst sind wir die lange Runde gelaufen: mit dem Panoramazug hinauf, zu Fuß an den oberen Seen entlang, mit dem Boot über den Kozjak, durch den Canyon der unteren Seen bis zum Veliki slap und über die östliche Seite wieder zurück. Insgesamt rund neun Kilometer.

Dazwischen haben wir uns am Kozjak ein Ruderboot geliehen. Das war die halbe Stunde, in der es still war.

Max steht mit erhobenen Armen in einem Aluminiumboot am Ufer, hinter ihm der See und bewaldete Hügel, darüber Zweige eines Baums
Am Kozjak, mit dem Ruderboot.
Bewertung: 5 von 5

Fünf Stunden, die sich nicht wie fünf Stunden anfühlen, weil sich alle zwanzig Minuten die Landschaft ändert.

Wann
22. September 2021
Start
13:22 Uhr
Dauer
5 Std.
Schwierigkeit
Mittel
Strecke
9 km

Der Park lässt sich auf mehreren vorgegebenen Routen durchqueren, und wir haben die lange genommen: rund neun Kilometer, dazu Zug und Boot.

Angefangen hat es mit dem Panoramazug, der die Besucher aus dem Talkessel nach oben bringt. Von dort ging es zu Fuß an den oberen Seen entlang – breit, still, sehr grün, mit Sinterbarrieren dazwischen, über die das Wasser flächig abläuft. Danach folgte die Überfahrt über den Kozjak, den größten See des Parks.

Am Kozjak haben wir uns außerdem ein kleines Ruderboot geliehen und sind eine Weile selbst über den See gefahren. Das war der ruhigste Teil des Tages und der einzige, an dem man den Park für sich hatte.

Danach wurde es enger: Der Weg führt in den Canyon der unteren Seen, und ganz am Ende steht der Veliki slap, mit über achtzig Metern der größte Wasserfall Kroatiens. Zurück ging es über die östliche Seite des Canyons und noch einmal mit dem Panoramazug.

Was uns zwischendurch am meisten beschäftigt hat, waren die Tiere. Die Fische stehen in Schwärmen direkt unter den Stegen, die Enten laufen einem fast über die Füße – man kommt bis auf Armlänge heran, ohne dass irgendetwas flüchtet.

Von oben gesehen sitzt Rebecca auf einem Holzsteg, direkt daneben schwimmt eine Ente im klaren Wasser über versunkenen Ästen
Armlänge.
Eine Stockente steht auf einem Holzsteg am Seeufer, zwei weitere schwimmen daneben
Rebecca sitzt in einem Aluminiumboot am Ufer, dahinter ein ruhiger See und bewaldete Hügel
Ein Elektroboot mit Fahrgästen und kroatischer Flagge auf einem See, am anderen Ufer ein Anleger mit Holzhaus und Wald
Max mit Rucksack von hinten auf einem Holzsteg durch eine Riedwiese, vor ihm weitere Wanderer, links ein See
Ein schmaler Wasserfall fällt über eine helle Kalkwand in einen türkisen See, ringsum dichter Wald
Rebecca an einem Holzgeländer, hinter ihr eine hohe Felswand, über die mehrere Wasserstränge fallen
Steiler Blick von oben auf Holzstege mit Besuchern zwischen türkisen Becken und kleinen Wasserfällen

Gut zu wissen

  • Die Runde in dieser Richtung laufen, dann kommt der große Wasserfall am Schluss statt am Anfang
  • Am Kozjak kann man Ruderboote leihen. Lohnt sich, auch nur für eine halbe Stunde
  • Die Stege haben kein Geländer und sind oft einspurig, Gegenverkehr braucht Geduld

Eingepackt

  • Wasser, unterwegs gibt es kaum etwas
  • Schuhe mit Profil, die Holzstege sind durchgehend nass
  • Etwas zu essen, die Kioske liegen nur an den Endpunkten

Nin

23. September 2021 · Nin

Etappe 5 von 6 · Anreise per Auto, 30 Min.

Nach den beiden langen Parktagen war Nin der bewusst ruhige Tag. Der Ort liegt eine gute halbe Stunde nordwestlich von Zadar, und mehr als einen halben Tag braucht er nicht.

Die Altstadt sitzt auf einer runden Insel in einer Lagune und ist in einer Viertelstunde umrundet. Ringsum liegen die Salinen, und dahinter beginnt flaches, warmes Wasser.

Ein flaches Ufer aus Sand und Kies, im seichten Wasser watet eine Person in roter Badehose, dahinter ein kahler Gebirgszug

Es war der einzige Tag dieser Woche mit fast keinem Programm – und der einzige, an dem kaum Fotos entstanden sind.

Bewertung: 4 von 5
Wann
23. September 2021

Nach zwei langen Nationalparktagen war Nin bewusst klein gehalten. Die Altstadt liegt auf einer runden Insel in einer Lagune, ist über zwei Steinbrücken erreichbar und in einer Viertelstunde umrundet.

Im Ort steht die winzige weiße Heilig-Kreuz-Kirche, die gern als kleinste Kathedrale der Welt bezeichnet wird. Man steht sekundenlang davor und hält sie erst für eine Kapelle.

Ringsum liegen die Salinen, in denen bis heute Meersalz gewonnen wird, und dahinter die Lagune mit sehr flachem, sehr warmem Wasser.

Ein Mann in roter Badehose mit Taucherbrille und Schnorchel steht im flachen Wasser der Lagune, dahinter ein Gebirgszug

Gut zu wissen

  • Das Auto vor der Brücke stehen lassen, drinnen lohnt sich Fahren nicht
  • Die Lagune ist extrem flach und dadurch sehr warm

Kornaten

24. September 2021 · Kornati

Etappe 6 von 6 · Anreise per Boot, 11 Std.

Den letzten vollen Tag haben wir auf dem Wasser verbracht. Die Tour hatten wir ein paar Tage vorher an einem Stand an der Riva gebucht, der nicht besonders vertrauenerweckend aussah – funktioniert hat es trotzdem einwandfrei.

Ein Steinkai mit Poller am ruhigen Wasser, darin ein Wasserballtor, am Ufer gegenüber Häuser, links tief die Sonne
Kurz nach acht im Hafen von Zadar.

Früh morgens ging es aus dem Hafen von Zadar heraus und nach Süden zwischen die Kornaten, ein Archipel aus über achtzig weitgehend baumlosen Inseln. Unterwegs wurde zum Schwimmen angehalten, an Bord gab es Wein umsonst, und beides zusammen hat den Tag in eine Richtung gebracht, die vorher nicht auf dem Programm stand.

Abends waren wir zurück in Zadar, mit Bier und Essen am Wasser. Am nächsten Mittag ging der Flieger zurück.

Die Sonne steht knapp über der Silhouette einer Insel, davor ruhiges Wasser mit zwei kleinen Booten
Bewertung: 5 von 5

Der Tag, über den wir bis heute am meisten lachen – und landschaftlich trotzdem einer der besten der Reise.

Wann
24. September 2021
Start
08:00 Uhr
Dauer
11 Std.

Gebucht haben wir diese Tour an einem Stand an der Riva, der auf den ersten Blick eher nach Improvisation aussah als nach Reiseveranstalter. Es hat trotzdem alles funktioniert: Am nächsten Morgen lagen wir früh im Hafen von Zadar und sind mit einem Ausflugsboot Richtung Süden abgelegt.

Der Tag führte zwischen die Kornaten, einen Archipel aus über achtzig Inseln aus hellem Kalk, fast ohne Bäume und fast ohne Häuser. Zwischendurch wurde zum Schwimmen angehalten. Von Land aus bekommt man diesen Teil Kroatiens gar nicht zu sehen.

Max

An Bord gab es Wein umsonst, ausgeschenkt in kleinen 0,1-Bechern. Ein kleiner Becher ist harmlos, und deshalb habe ich nicht mitgezählt. Etwa ab Mitte der Fahrt war ich dann deutlich betrunkener, als ich das an einem Vormittag auf einem Ausflugsboot geplant hatte, und habe mich selbst am meisten darüber gewundert. Rebecca fand das nur bedingt lustig.

Den Abend haben wir mit Bier und etwas zu essen am Wasser ausklingen lassen. Es war der letzte volle Tag der Reise, und er hat gut zu ihr gepasst.

Blick von einer Anhöhe auf eine tiefblaue Meeresstraße zwischen hellen, kahlen Inseln, darauf zwei Segelboote
Offenes Meer mit einem Segelboot, am Horizont eine Kette flacher Inseln
Ein Ausflugsboot mit Sonnendach liegt an einem Anleger in einer Bucht, dahinter kahle Hügel, vorne eine Trockenmauer und eine Agave
Von Bord eines Boots gesehen die Bordwand mit einer Klampe, dahinter glitzerndes Wasser und kahle Hügel in der Sonne
Rebecca steht unter einem großen Bogen einer Ruine aus Trockenstein, am Rand ein Mann mit Hut

Gut zu wissen

  • Direkt an der Riva buchen. Die Stände sehen unseriöser aus, als sie sind
  • Der Freiwein kommt im 0,1-Becher, das täuscht gewaltig über die Menge
  • Früh losfahren, dann ist das Licht zwischen den Inseln am besten

Eingepackt

  • Sonnenschutz, an Bord gibt es kaum Schatten
  • Badezeug, es wird zum Schwimmen angehalten
  • Etwas zu essen, falls kein Mittagessen inklusive ist
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